Presse:
Stuttgarter Zeitung

Demokratie ist nicht selbstverständlich. Demokratie ist nicht einfach da.
Deshalb müssen wir uns in einer Gesellschaft, die immer öfter als “politikverdrossen” wahrgenommen wird aktiv an die Grundbedingungen dieses Gesellschaftsmodells erinnern. Um eine zentrale Grundlage – unser Grundgesetz – wieder in das Gedächtnis und in die Gespräche der Menschen zu bringen, wurden von der Studentin Iris Ebert verschiedene Artikel des Grundgesetzes im öffentlichen Raum auf den Boden gesprüht. Die Kreidefarbe ist nun den Sommer über in der großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen in Baden-Württemberg – der Heimat der Studentin – zu sehen.

Die ausgewählten und aufgesprühten Artikel beziehen Stellung zum Stadtraum und verknüpfen die Wirkung des Grundgesetzes im Alltag mit verschiedenen Instanzen der Stadt. Quasi nebenbei entstand so der erste Grundgesetz-Rundweg. Das Projekt hat bereits in den ersten Tagen der Umsetzung Reaktionen von verschiedenen Seiten hervorgerufen.Im Folgenden soll eine Anekdote einen kleinen Einblick in diese Resonanz geben:Während des Sprühens – auf dem Marktplatz, vor der Bibliothek – von Artikel 5(1) Grundgesetz: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten…” kam es zu einem Gespräch mit einer interessierten älteren Dame.

Diese fragte, was denn das sei, was hier gesprüht würde. Nach kurzer Erklärung des Projektes und der Betrachtung des Artikels sagte Sie: „Das finde ich aber toll! Meine Generation hat so darum gekämpft und heute wird es gar nicht mehr wahrgenommen. Demokratie gibt es eben nicht gratis. Die junge Generation kann das gar nicht mehr wertschätzen.” Nach ein paar gewechselten Worten sagte sie noch: „Schade, dass der Schriftzug wieder verschwindet! Mann kann nicht oft genug daran erinnern. Das ist eine tolle Aktion.”


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